Die meisten Naturtextilien werden heute aus Baumwolle hergestellt. Baumwolle ist heute die am häufigsten verarbeitete Naturfaser der Textilindustrie. Beim Anbau von konventioneller Baumwolle werden so viele Pflanzengifte eingesetzt wie bei keinem anderen landwirtschaftlichen Anbauprodukt. Jedes Jahr werden rund 25 Millionen Tonnen Baumwolle in konventionellem Anbau hergestellt, eine beachtliche Menge also. Aus diesem Grund wird es immer wichtiger auf Bio-Baumwolle umzusteigen.

 

Konventioneller Baumwollanbau


Baumwolle anzupflanzen und zu ernten ist sehr aufwändig. Auch wenn die Ernte maschinell getätigt werden kann ist diese von geringerer Qualität als die von Hand geerntete Baumwolle. Maschinen unterscheiden nicht zwischen Baumwollbäuschchen und Blättern und erkennt die unreifen Bäuschchen nicht, erntet diese also ebenfalls. Ausserdem ist die von Hand geerntete Baumwolle aus Afrika günstiger als maschinell geerntete Baumwolle. Baumwolle ist vielerorts in Afrika eine Haupteinnahmequelle und wird aus diesem Grund vom Staat gefördert. Sie verteilen Saatgut (auch genmanipuliertes) und Chemikalien an die Bauern welche aber durch die Überstrapazierung der Böden nach wenigen Jahren immer schlechtere Ernten haben und so vermehrt in Chemikalien investieren müssen. Baumwolle wird meistens in Monokulturen gezogen. Da Monokulturen überhaupt nicht den natürlichen Ökosystemen entsprechen können sich Schädlinge ungestört vermehren was zur vermehrten Chemikaliennutzung führt. Die Folgen sind kaputte Böden, verschmutztes und versuchtes Wasser, sich verbreitende Giftstoffe und dadurch kranke Menschen und Tiere.

Grosser Wasserverbrauch


1 Kilogramm Baumwolle aus konventionellem Anbau benötigt ca. 10’000 bis 17’000 Wasser. Um sich dies etwas bildlicher vorstellen zu können: eine Badewanne umfasst ca. 140 Liter. Konventionelle Baumwolle wird meistens künstlich Bewässert. So können Wachstum und Reife besser gesteuert werden, das Ernteglück ist also nicht weiter Wetterabhängig. Die einfachste und billigste Methode ist die Oberflächenbewässerung. Dabei wird aber auch am meisten Wasser verschwendet. Die Äcker werden dabei mit Wasser gestaut von dem aber 60% verdunsten oder ungebraucht versickern. Das Wasser stammt hierbei meistens aus Tiefbohrungen oder durch Anzapfung von Flüssen. Der Niedergang des Aralsees, die grösste vom Menschen verursachte Naturkatastrophe wurde so erzeugt.

Die sparsamste und effizienteste Bewässerungsmethode ist die Tröpchenbewässerung. Mit dieser Methode wird pro Kilo Baumwolle “nur” noch 7’000 bis 9’000 Liter Wasser benötigt.

 

 

Warum ist Bio Baumwolle sinnvoll?


Baumwolle hat zwar einen grossen Wasserverbrauch und wird oft in weitlegenden Gebieten angebaut und geerntet. Aus ökologischer Sicht ist Baumwolle ein sinnvoller Rohstoff, da sie hauptsächlich aus zu 100% biologisch abbaubarer Zellulose besteht und somit keine Müllproblematik entsteht wie etwa bei synthetischen Kunstfasern. Zudem ist die Faser sehr strapazierfähig was die Nutzungsdauer von Baumwollkleidung im Vergleich zu anderen Textilien deutlich verlängert.

Bio Baumwolle ist nicht nur besser für die Umwelt, sie leistet auch einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Baumwollbauern. Bio Baumwolle bedeutet, dass auf gentechnisch verändertes Saatgut und auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger verzichtet wird. Krankheiten und Schädlinge werden natürlich bekämpft und Wasser wird sinnvoll und sparsam eingesetzt. Die Böden bleiben fruchtbar und im ökologischen Gleichgewicht was den Bauern einen langfristigen Anbau gewährt.

Textilien sind kein Wegwerfprodukt, sie haben ihren Wert. Hinter jedem Shirt und jedem Pulli steht eine Lieferkette mit grossen sozialen und ökologischen Auswirkungen. Dies geht sehr schnell vergessen. Sich für Bio Baumwolle zu entscheiden ist ein Schritt in eine bessere Richtung.

 

 
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