Es sind die letzten Monate in meinen Zwanzigern dieses Jahr denn im September werde ich 30. Eine grosse Zahl vor der sich viele irgendwie fürchten doch ich freue mich schon seit Jahren darauf!

 

 

Es mag komisch klingen aber ich habe mich schon in meinen Teenie-Jahren auf meine 30 gefreut! Damals war es mehr der Zufall eines runden Geburtstages auf ein Wochenende aber hey, mal ehrlich, wie oft passiert das schon!
Nachdem ich 18 wurde waren Geburtstage und das Alter im Allgemeinen nicht mehr so wichtig. Ob ich nun 21 oder 25 war, ich fühlte mich nie anders ausser das mit 25 in der Schweiz alles teurer wurde, aber das ist eine andere Geschichte. Ich weiss nicht ob es allen so geht aber Geburtstage werden mit dem Alter immer unwichtiger und man ist froh wenn man kein grosses TamTam durchmachen muss. Ein Dinner mit guten Freunden und Familie, vielleicht ein Drink oder zwei (oder 5), das reicht für mich völlig aus!

Anders sieht es mit meinem 30. aus. Ich denke oft darüber nach ob ich nicht ein grösseres Fest machen sollte. Ich meine es ist, wie in meinen jungen Jahren schon erkannt, ein runder Geburtstag welches auf ein Wochenende fällt 😉
Dies ist aber nicht der Hauptgrund. Ich freue mich wirklich darauf 30 zu werden und auch wenn dies für manche eine Schreckensnummer des Alters ist, für mich ist die Zahl ein Symbol mich selbst gefunden und all meine Charakterzüge akzeptiert zu haben.

 

Bye Bye Twenties

Mal ehrlich, die 20er sind echt unbequem. Am Anfang hat man das Gefühl endlich erwachsen zu sein und mit 25 merkt man dass man irgendwie doch noch sehr weit davon entfernt ist. Es ist eine Zeit der Selbstfindung, der Gefühlsturbulenzen und der chaotischen Meinungsbildung. Man will erwachsen sein und sich gleichzeitig wieder wie ein Kind aufführen. Man zieht mit dem ersten Freund zusammen, bei manchen klappt’s, bei den meisten nicht und man realisiert, dass alles was man mal als Kind so wollte und sich erträumte irgendwie doch nicht so toll ist. Deprimierend. Und dann geht’s auf die Suche. Man stürzt sich in Neues, findet es grässlich, stürzt sich in etwas anderes und will gleich sein Leben danach richten. Ende Zwanzig kriegen plötzlich alle um einen herum Kinder, sie heiraten und gehen nicht mehr aus. Alle wollen nur noch zu Hause bleiben, eine Flasche Wein teilen und dann ins Bett gehen. So passiert es dass man Sonntags schon früh auf ist weil man nicht weg war, findet es anfangs schön, mit der Zeit aber auch komisch und eben genau so “erwachsen” ohne es wirklich zu wollen. Man sucht sich neue Freunde die noch ausgehen doch irgendwie ist es nie so, wie es mal war. Man sehnt sich nach Altem, will Neues, verbleibt im Irgendwo. Ach die zwanziger. Ein hin und her, ein Suchen nach der Balance, ein Suchen nach dem eigenen Leben.

Ende Zwanzig realisiert man dann dass es ein “erwachsen-werden” gar nicht gibt. Man lernt aus den Erfahrungen was man will und was nicht und das macht uns dann in diesem Sinne “älter”. Anfang Zwanzig ist man noch bemüht alles perfekt zu machen und etwas im Leben zu erreichen doch plötzlich realisiert man dass es OK ist Fehler zu machen, Macken zu haben und ab und zu auch mal unlogisch zu sein. Geht man gegen die 30 zu, lernt man dass es am besten und am einfachsten ist sich selbst zu sein. Man lernt Nein zu sagen und mehr auf sich selbst zu hören. Man lernt dass es sich nicht lohnt Menschen hinterherzurennen und Dinge zu tun nur um sich zu beweisen. Das Leben wird einfacher, klarer, man wird 30.

 

hello thirties

Natürlich sehe ich meine letzten 30 Jahre nicht so wie ich es gerade beschrieben habe und doch hat es hier und da seine Wahrheiten. Es gibt Menschen die brauchen nicht 30 zu werden um das alles zu realisieren, andere brauchen wiederum länger dafür.
Die wichtigsten Dinge die ich bisher gelernt habe und ich mit meinen bald 30 Jahren in Verbindung bringe ist es ehrlich mit sich selbst zu sein, immer auf sich zu hören und das Herz mit Liebe zu füllen. In unserem hektischen Alltag geht vieles schnell vergessen was essentiell für unser Wohlbefinden ist. Es geht im Leben nicht um Karriere oder Errungenschaften, es geht darum glücklich zu sein und das Leben in vollen Zügen auszukosten. Wir sind nur einmal hier und aus diesem Grund sollten wir das beste daraus machen. Auch wenn ich mich jetzt wie eine alte weise Frau anhöre, ich glaube fest daran dass wir uns mehr auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren sollten denn an diese werden wir uns am ende unseres Lebens erinnern.

Natürlich soll das nicht heissen dass ich es nicht wichtig finde auch im Alltag das beste herauszuholen! Solange wir uns selbst nicht anlügen und das tun was uns Freude macht kann es nur gut kommen. Es ist nie zu spät und nie zu früh für Etwas, es ist immer der richtige Zeitpunkt wenn du das Gefühl hast dass es richtig für dich ist.

 

 

Ich freue mich auf meine 30, einfach weil ich ohne Erwartungen und als schamlose Version von mir selbst diesen Tag feiern kann. Vielleicht feiert ihr ja mit mir, bis dahin geniesse ich noch die letzten Monate in meinen Zwanzigern.

 

 

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