“Garment Collecting und Recycling” – damit wirbt H&M. Ungewollte Kleidung ins nächste Geschäft zurückbringen, einen Gutschein erhalten und damit was “Gutes” tun? Leider ist genau das Gegenteil der Fall.

Offenbar werden bei H&M jedes Jahr durchschnittlich 12 Tonnen (!) ungetragene Kleider in der dänischen Stadt Roskilde verbrannt. Die Kleider stammen aus dem dänischen H&M-Hauptlager in Greve und ist oft auch Neuware. Laut Ex-Mitarbeitern sind sogar zum Teil noch die Preisschilder dran. Diese Fakten wurden in einer aktuellen Reportage eines dänischen Fehrnsehsenders enthüllt.

Es ist schwierig sich solche Missstände vorzustellen, denn in den Shops sieht alles immer super schön und chic aus. Ausserdem hat man doch das Gefühl nichts Schlimmes zu tun wenn man ab und an ein Shirt oder einen Pulli im H&M kauft. Man kann sich ja auch für die Conscious Collection entscheiden oder die ungewollte Ware zum Recyceln wieder zurückgeben.
Wir verschliessen die Augen vor der Realität wenn wir daran glauben mit Fast-Fashion keinen Schaden anzurichten. Dieses “gute Gewissen” welches ein Unternehmen vermittelt ohne dass dabei Nötige zu tun nennt man Greenwashing.

 

Greenwashing oder Greenwash (englisch; wörtlich ‚grünwaschen‘, übertragen: ‚sich ein grünes Mäntelchen umhängen‘) ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt.
Quelle: wikipedia.org

 

H&M ist leider nicht das einzige Unternehmen welches im grossen Stil Kleidung verbrennt. Ganze 49 Tonnen wurden allein im letzten Jahr vom Konzern “Bestseller” (darunter gehören Vero Moda, Jack&Jones und Only) verbrannt.
Laut den Machern der Reportage wird Kleidung sehr wahrscheinlich aus Kostengründen verbrannt. Billigkonzerne produzieren mehr als sie verkaufen und den Überschuss zu verbrennen sei günstiger als diese zu recyceln.

Solche Berichte lesen zu müssen machen mich rasend. Wenn ich bedenke wie viele Ressourcen für die Kleidung benötigt werden und wie viele Arbeitsstunden geleistet werden müssen (und oft zu schlechten Bedingungen) um dann die Ware zu verbrennen – sowas macht mich sprachlos.

Ich kann nicht sagen wie und ob ein solch grosses Fast-Fashion Unternehmen jemals nachhaltig sein kann. Mir ist jedoch wichtig dass wir die Augen vor solchen Realitäten nicht verschliessen. Fast-Fashion nimmt uns allen die Zukunft und verursacht unglaublich viel Leid. Das muss nicht sein und das darf nicht sein. Lasst euch nicht von falschen Versprechungen die rosa Brille aufsetzen! Informiert euch und seid kritisch, denn eigentlich will sowas niemand.

Mehr Informationen


Hier findest du den Utopia-Bericht zum Thema:

www.utopia.de

 

Dokumentationsfilm zum Thema Fast Fashion:

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2 Comments

  1. April 12, 2018 / 1:07 pm

    Yeah, their activity is unfortunately the exact definition of greenwashing. I used to live in Denmark and recycle my clothes at H&M, until I realized that I can bring a benefit to others, not to this big whale

    • sheelachristyn
      Autor
      April 12, 2018 / 1:31 pm

      yea, the whole story is really sad but at least we can decide if we want to support it or not. I have not been to an H&M for more than a year now and I haven’t missed it at all!

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