Vielen ist es sicherlich schon aufgefallen dass auf diesem Blog und auf meinem Instagram alle Rezepte und Foods vegan sind. Auch wenn ich es nie gedacht hätte, die vegane Ernährung ist für mich nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil – sie entfaltet sich regelrecht.

Meine Eltern sind und waren schon immer leidenschaftliche Fleischesser und haben mir dies auch so weitergegeben. Es war meiner Mutter wichtig dass wir immer was “richtiges” zu essen bekamen und aus diesem Grund waren Fleisch und Milchprodukte ziemlich jeden Tag präsent. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen auf Fleisch und Milchprodukte zu verzichten. Vor allem liebte ich Käse und hätte mich easy nur davon ernähren können! Natürlich hatte ich von Ernährung keine Ahnung. Ich habe mir auch nie grosse Gedanken darüber gemacht was ich esse denn ich habe den Stoffwechsel meiner Mutter geerbt, war also immer schlank egal wie viel ich futterte.

Doch ich wurde älter. Wo ich früher bauchfrei die ganze Nacht draussen verbringen konnte wurde ich plötzlich krank nur weil ich keinen Schal trug. Mein Immunsystem liess langsam etwas nach und ich bemerkte plötzlich, dass es mir nach einer Woche Burger und Pizza wesentlich schlechter ging als nach einer Woche mit viel Gemüse und Obst.

Als ich im Januar 2016 ganze 3 Mal krank wurde und mich auch sonst in den vergangenen Monaten nicht wirklich fit fühlte, wusste ich, dass ich etwas für meine Gesundheit tun musste. Ich war noch nie ein Fan von Präparaten und Vitaminbrausetabletten, meiner Meinung nach ist eine gesunde Ernährung die einzig richtige Medizin für den Körper.
Aus diesem Grund beschloss ich mich auf eine Challenge einzulassen: 30 Tage strikte vegane Ernährung. Dies nicht weil ich grosse Recherchen über die Vorteile einer veganen Ernährung gemacht habe, mehr weil ich für mich sicherstellen wollte wirklich mehr Gemüse und Obst zu essen.

Natürlich war eine solche null auf hundert Umstellung nicht wirklich eine gute Idee denn es war schwieriger als ich dachte. Jedoch brauchte ich eine radikale Änderung denn ich hatte die Nase voll von meinem laschen Willen und brauchte eine sofortige Veränderung. Was dann geschah war völlig unerwartet, ich fühlte mich plötzlich so gut wie noch nie!

 

 

Die erste Woche war easy, die zweite war hart. Da ich keine Ahnung von der veganen Küche hatte ernährte ich mich schon fast roh-vegan. Das hatte zur Folge dass mein Körper eine Art Detox durchmachte und ich an Kopfschmerzen und Verdauungsturbulenzen litt. Glücklicherweise hielt ich durch denn ab der zweiten Woche ging es radikal nach oben! Ich fühlte mich plötzlich fit wie noch nie. Ich hatte so viel Energie dass ich sogar Joggen ging (ich hasse es zu Joggen!). Ich schlief viel besser und ich war vor allem mental wach. Ich erlebte keine Nachmittagsmüdigkeit mehr, meine Haut sah um Meilen besser aus und auch sonst hatte ich das Gefühl gesünder auszusehen. Das alles nur wegen meiner Ernährungsumstellung? Ich konnte es kaum glauben. Doch als die dritte und die vierte Woche verging und ich mich immer noch so unglaublich gut fühlte, war für mich klar, dass ich nicht mehr zurück wollte.

Der bessere Schlaf, die viele Energie, das mentale Wachsein, die stärkeren Haare, Nägel und die gesunde Haut waren für mich überraschende “Nebeneffekte” welche ich niemals von dieser Ernährungsumstellung erwartet hätte. Ich wollte mit dieser 30 Tage Challenge eigentlich nur mal wieder mehr Gemüse und Früchte zu mir nehmen! Als ich dann durch Recherchen und Lesen vieler Bücher über die vegane Ernährung noch mehr als nur den gesundheitlichen Aspekt erfahren habe wollte ich diese auch nach der Challenge weiterführen.

32 Tage habe ich mich schlussendlich strikt vegan ernährt. Als die Challenge vorbei war “gönnte” ich mir dann aber wieder ab und zu etwas Fleisch und vor allem Milchprodukte. Es mag verrückt klingen aber es ist einfach die Wahrheit, ich fühlte wie die oben genannten “Nebenwirkungen” (oder besser gesagt Vorteile) verschwanden je mehr ich wieder tierische Produkte zu mir nahm.

Heute esse ich kein Fleisch mehr. Ich habe zu viel gesehen, gelesen und erfahren dass es für mich wirklich nicht mehr in Frage kommt. Auf Milchprodukte und Eier verzichte ich nicht immer. Zu Hause koche ich zwar eigentlich so gut wie immer vegan jedoch drücke ich auch mal ein Auge zu wenn ich eingeladen bin oder am verhungern und es nur vegetarische Optionen gibt. Auch übersehe ich manchmal gewisse Zutaten, wie letztens als ich davon ausgegangen bin dass ein Sandwich welche vegane Mayonnaise enthält sicherlich vegan ist, was sie aber nicht war denn in den Kichererbsen-Patties wurden Eier beigemischt (warum macht man sowas!).
Nein, ich bin nicht streng zu mir. Wenn man sich genügend mit dem Thema beschäftigt verzichtet man freiwillig auf tierische Produkte und genau aus diesem Grund werde ich immer veganer ohne mich dazu zu zwingen.

 

Die Ernährung umzustellen braucht Zeit. Es mag für manche möglich sein von heute auf morgen die Ernährung umzustellen, für mich war es zu schwierig. Nicht nur aufgrund der Gewohnheiten braucht es Zeit, man muss sich auch wirklich gut informieren und sich in dieses Thema einarbeiten und einleben. Beispielsweise spielen Vorbereitungen eine grosse Rolle, denn es ist auch heute manchmal noch schwierig sich unterwegs vegan verpflegen zu können. Glücklicherweise wird es immer einfacher sich pflanzenbasiert zu ernähren weil die Nachfrage steigt. Am einfachsten ist es immer noch wenn man selber kocht! Es ist günstiger, macht mehr Spass und man lernt unglaublich viel! Genau aus diesem Grund veröffentliche ich für euch auch viele vegane Rezepte. Es mag am Anfang vielleicht etwas schwierig sein doch je öfter man selber kocht desto besser und kreativer wird man. Mit meinen Rezepten möchte ich euch zeigen wie einfach es sein kann vegan zu kochen.

Ob ich mich jemals komplett vegan ernähren werde weiss ich nicht, darum geht es mir auch nicht. Jeder Schritt in diese Richtung ist ein Fortschritt und ich finde man sollte sich nicht überfordern denn sonst fällt man sehr schnell wieder in die alten Gewohnheiten zurück. Mir persönlich geht es mit einer veganen Ernährung viel, viel besser. Ausserdem gibt es unzählige ethische Gründe um auf tierische Lebensmittel zu verzichten. Ich möchte niemanden bekehren, die Ernährung ist eine sehr persönliche Sache. Wenn ich aber mit meinen Rezepten und Gewohnheiten einige von euch dazu inspirieren kann auch mal was veganes auszuprobieren, dann habe ich für mich schon vieles getan!

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